1. Stellvertreter langfristig krank

Manu

Mitglied
#1
Hallo zusammen,

unser 1. stellvertretender Vorsitzender ist längerfristig krank, mindestens noch 6 Monate. Er ist zu 100 Prozent freigestellt, eine 2. Stellvertretung haben wir diesmal bewusst nicht installiert gehabt. Könnte ich denn die 1. Stellvertretung und seine 100 Prozent auf jemand anderen verteilen, dies aber nur "über die Dauer der krankheitsbedingten Abwesenheit des 1. stellvertretenden Vorsitzeden"? Ich möchte hier ungerne etwas falsch machen da wir gerade erst langsam wieder Ruhe ins Gremium bekommen haben.

Reicht hier dann ein einfacher Beschluss?

Ich freue mich auf Rückmeldungen.

Viele Grüße

Manu
 

Rm Baer

Erfahrenes Mitglied
#2
Hallo Manu
wenn ich das richtig lese könnt ihr lt Gesetzt auch 2 Personen freistellen, habt aber nur einen Person zu 100 % freigestellt. Das heißt ihr habt mehr als 500 Arbeitnehmer.
Wenn dem so ist, könnt ihr per Beschluss natürlich auch einen andere Person freistellen oder zwei andere zu jeweils 50%.
Zeitlich würde ich das nicht begrenzen. Denn wenn der Vorsitzende doch noch länger ausfällt müsst ihr wieder einen Beschluss über eine Verlängerung fassen. Die Freistellung würde ich dann, wenn sie nicht mehr benötigt wird, wieder per Beschluss aufheben.
Solltet ihr dem jetztigen Vorsitzenden die Freistellung nehmen wollen, geht das auch nur per Beschluss. Also die Freistellung aufheben und einem anderen übergeben.
Bei der Wahl und bei der Abberufung ist es wichtig welches Wahlverfahren bei euch angewandt wird. Mehrheitswahl oder Verhältniswahl.
Fitting § 38 Rn 70-76
Gruß
 

Manu

Mitglied
#3
Wir haben insgesamt 300 Prozent Freistellung.
100 habe ich als Vorsitzender
100 aktuell mein Stellvertreter der ja längerfristig AU ist.
60 hat eine Kollegin die auf 100 aufstocken und die 1. Stellvertretung übernehmen soll für die Dauer der Abwesenheit
und 2x20 Prozent für 2 Kollegen die an unterschiedlichen Tagen uns im Büro unterstützen.

Die restlichen 60 Prozent die sich aus der krankheitsbedingten Abwesenheit ergeben würden wir auch gerne auf mehrere Leute verteilen.

Daher hätte ich schon gerne im Beschluss stehen, dass sich die Verteilung auf die krankheitsbedingte Abwesenheit (nicht zeitlich aber eben als "Sachgrund" die Abwesenheit anführen) bezieht, sonst erhebt jemand Ansprüche wenn unser Stellvertreter wieder da ist. Das sollte vermieden werden.

Grüße
 

Rm Baer

Erfahrenes Mitglied
#4
Dann müsst ihr wohl ein paar mehr Beschlüsse fassen. Achtet auf die Art der Wahl.
Und im § 38 (2) 1 steht das ihr euch mit dem AG im Vorfeld beraten müsst.
Gruß
 

Manu

Mitglied
#5
Hallo Rm Baer,

ja wir müssen erstmal die Stellvertretung beschließen und im Anschluss dann die Prozente. Mit dem AG haben wir zumindest schon mal geklärt, dass wir die Krankheitsvertretung (Stellvertretung und Prozente) beschließen werden er ist absolut kooperativ und sieht hier keinerlei Probleme, zumal die Kollegin die aktuell 60 Prozent hat und 40 Prozent noch übernehmen würde, bislang die 40 Prozent über den § 37 abgedeckt hatte - daher dürfte die Beratung mit dem AG gut über die Bühne gehen, das war bislang nie ein Problem bei den Freistellungen.
 

Rm Baer

Erfahrenes Mitglied
#6
Läuft doch. Und wenn ihr mit dem AG gut klar kommt sollte alles andere kein Problem dastellen.
Da sieht man mal wieder das der AG nicht immer der Böse sein muß. ;)