Kollegen aus Indien

Sittingbull

Erfahrenes Mitglied
#1
Guten Morgen,
Wir sind ein international aufgestelltes Softwarehaus. Unsere Geschäftsführung sitzt zum Teil in England und zum Teil in USA. Ferner haben wir Büros in der Schweiz, in Holland und in Dänemark, in den USA und in Indien.
Jetzt sollen einige indische Kollegen leihweise für eine bestimmte zeit nach Deutschland kommen und hier arbeiten (programmieren).
Wie sind die Kollegen in Deutschland zu definieren?
Ist diese Vorgehensweise Mitbestimmungspflichtig wie ein Einstellung o. ä.?
Sind das Leiharbeiter, unterliegen die für die Dauer ihres Aufenthaltes dem deutschen Betrvg, dem Arbeitszeitgesetz usw.? Gelten für die unsere Betriebsvereinbarungen? usw usw.
wir sind bisher noch nie mit diesem Thema konfrontiert worden. Kann mir da jemand bitte mal helfen.
Danke
Gruß
sittingbull
 

Rm Baer

Erfahrenes Mitglied
#2
Hallo Sittingbull,
ich denke die Antwort heißt mal wieder: " Es kommt darauf an"
Wie sehen deren Arbeitsverträge aus? Gibt es einen BV bei euch? Programieren sie hier weil es sonst keiner kann? ( Eine Art Werkvertrag) Arbeiten sie selbstständigt oder hat jemand bei euch Weisungsbefugnis?
Wenn mich nicht alles täuscht gab es hierzu auch schon einen Tread in einem anderen Forum.
Gruß
 

Sittingbull

Erfahrenes Mitglied
#3
Hallo,
danke für die Aantwort.
Den Thread habe ich leider nicht mehr gefunden :-(
Die haben Arbeitsverträge aus Indien. Nein, es gibt keine BV. die sollen hier das deutsche Know how abgreifen und mit diesem Wissen ihre Kollegen in Hyderabad schulen. unser Chef, der Leiter der Entwicklungsabteilung wird ihnen weisungsbefugt sein. So ist es jedenfalls geplant. Wieviel davon kommen wissen wir noch nicht
 

RA_Kluge

Administrator
Mitarbeiter
#4
unser Chef, der Leiter der Entwicklungsabteilung wird ihnen weisungsbefugt sein.
Wenn die Mitarbeiter aus Indien weisungsgebunden Arbeit leisten, sind sie Arbeitnehmer im Sinne des deutschen Arbeitsrechts. Und wenn sie im Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland in einen Betrieb "eingegliedert" werden, gilt für sie das Betriebsverfassungsgesetz, unabhängig davon, welches (Arbeits-)Recht individualrechtlich im Verhältnis zwischen dem einzelnen ausländischen Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber gilt. Der Einsatz der indischen Kollegen wäre dann eine Einstellung im Sinne von § 99 BetrVG.
 

Sittingbull

Erfahrenes Mitglied
#5
Moin,
jetzt muss ich da noch mal nachhaken:
en Programmierer bei uns erhält ja wesentlich mehr als den Mindestlohn (im Schnit ca 25 - 30 € die Stunde). Ist es da klegitim, wenn man die indischen Kollegen die die gleiche Tätigkeit hier in Deutschland verrichten mit dem Mindestlohn abspéist oder sollten die nicht eine angepasstes Gehalt während der Dauer ihrer Arbeit hier erhalten?
Gibt es da Erfahrungen bzw. wie ist da die Rechtslage?
Danie
Gruß
Sittingbull
 

Rm Baer

Erfahrenes Mitglied
#6
Es kommt darauf an wie es bei euch geregelt ist. Gibt es Gehaltsgruppen, Arbeitsplatzbeschreibungen? Die Kollegen müssen dann auch so eingruppiert werden. Habt ihr nichts dergleichen zählt das was im Arbeitsvertrag steht. Also Individualrecht.
Sollten die Kollegen, wie du schriebst , nur eine kurze Zeit hier sein und es auch keinen Arbeitsvertrag gibt , sollte doch irgenwas mit denen schriftlich vereinbart worden sein. Forder das doch im Rahmen der § 99 mal an.
Von dem Gehalt das sie in Indien bekommen würden die hier wohl kaum leben können.
Gruß
 

Sittingbull

Erfahrenes Mitglied
#7
Danke für die schnelle Antwort.
Wir haben keine Gehaltsgruppen in unserem laden. An den Stellebeschreibungen arbeiten wir (bzw. die Personalabteilung) gerade. Ob die bis dahin fertig werden kann ich nicht mir Sicherheit behaupten. Offensichtlich gilt dann Individualrecht.
Die Vereinbarung anzufordern (wenn es denn eine gibt) ist eine gute Idee.
Gerade habe ich erfahren, dass die Kollegen während ihres Aufenthalte hier offensichtlich eine Wohnung (oder mehrere) angemietet bekommen. wie das mit Essenszuschuss aussieht muss ich erfragen.
Gruß
Sittingbull