Lohnfortzahlung bei freigestellten Betriebsratsmitglied im Schichtdienst

stritti1973

Aktives Mitglied
#1
Das ein freigestelltes Betriebsratsmitglied sein normales Gehalt bekommt, leuchtet ein.
Wie verhält es sich aber wenn man im Schichtdienst arbeitet.
Bereitschaftsdienst am Wochenende und Nachtschichtzulagen fallen ja weg. Man würde sich also gegenüber den Kollegen und seinem bisherigen Einkommen schlechter stellen ?
 

RA_Manthey

Administrator
Mitarbeiter
#2
Hallo!

Das BR-Mitglied darf durch die Tätigkeit im BR, auch als freigestelltes Mitglied, nicht benachteiligt werden. Alle Zuschläge etc., die ohne Freistellung anfallen würden, sind dem BR Mitglied auch bei Freistellung weiter zu zahlen. Allerdings werden die Zuschläge steuerlich anders behandelt, da z. B. Bereitschaftsdienst oder Nachtschicht nicht tatsächlich geleistet werden.
 
#3
Guten morgen, ich habe eine Frage bezüglich Freistellung.
Ich bin Betriebsratsvorsitzender in einem Unternehmen mit über 200 Mitarbeiter.
Im Moment mit 2 Tagen Freistellung. Da ich Schichtschlosser bin, wurden mir die Zulagen für eine nicht gemachte nachtschicht ( Montag und Dienstag) versteuert ausgezahlt.
Ab 1.9.2020 werde ich von der Schicht auf Tagschicht wechseln. Einer der Gründe ist die zusätsliche Belastung Betriebsrat und Schichtdienst.
Meine Frage ist, wie wird mein Lohn berechnet, wenn ich keine Schicht und Bereitschaft mehr habe. Als freigestelltes BR- Mitglied darf ich ja nicht schlechter gestellt sein, als vorher.

Mit freundlichen Grüßen
 

Rm Baer

Erfahrenes Mitglied
#4
Hallo stritti1973,
wenn du wechsels dann bekommst du auch den Lohn der die somit (neu) zusteht. Und da es keine Schicht ist, kannst du auch keinen Schichtzulage verlangen. Wenn in der Tagschicht auch keinen Bereitschaft anfällt, fehlt dir das auch. Denn du wechselst ja freiwillig. Würdest du in die Tagschicht wechseln und weiter die Schichtzulage / Nachtzulage / Bereitschaftszulage bekommen würdest du ja als BR besser gestellt. Das ist nicht gewollt. Du darft nicht schlechter , aber auch nicht besser gestellt werden.
Anders sieht es aus wenn du nicht wechselst. Wenn du die BR Arbeit auf die Tagschicht verlegen musst aber sonst alles beim alten bleibst.
Gruß
 
#5
Da liegt ja eigentlich das Problem. Wir haben Anspruch auf eine 100 % Freistellung.
Das wir nur 2 Tage beanspruchen und ich dann, um die Planbarkeit meiner Arbeit zu gewährleisten, in die Tagschicht wechsel, ist ein entgegenkommen des Betriebsrates. Bei einer 100 % Freistellung müßte man mir die Zulagen ( versteuert) ja schließlich auch zahlen.
Laut Gesetz darf ich ja nicht schlechter gestellt sein.
 

Rm Baer

Erfahrenes Mitglied
#6
ist ein entgegenkommen des Betriebsrates.
Da siehst du das Problem. Das ist eine Absprache.
Und wenn du jetzt wechselt, stehen Gesetze dahinter, wenn ihr das offiziell macht. Also, ihr einigt euch unter der Hand( darf man ja nicht;)) oder du Einbußen weil du ja nicht die 100 % ausschöpft um dem AG nicht zu schaden.
Bei einen 100 % Freistellung brauchst du ja nicht in die Tagschicht zu wechseln, sondern du wirst freigestellt und bestimmst selber wann du die BR Arbeit erledigst. Dann bekommst du auch dein Gehalt weiter mit allen Zulagen.( außer die unterschiedliche Versteuerung)
Gruß
 

armesau:D

Erfahrenes Mitglied
#7
Als BRV hast du ständig viel zu tun, auch mit eine 100% Freistellung. Wie Rm Baer also sagte, kannst du so bleiben mit allem drum und dran, mit einer Freistellung von 100% und wärest du trotzdem voll beschäftigt.
Ich kenne natürlich deine finanzielle Situation nicht, aber mir wäre Tagschicht lieber, auch ohne die Zulagen, dann aber ab sofort warum erst 09.2020?
Anderseits... du musst es abwägen, mit einer Teilfreistellung wirst du nicht vom Arbeitsgeschehen abgekoppelt!
Ich bin selber stellv. BRV, Teilfreigestellt (50%)-Tagschicht und fülle mich so pudelwoll. Ich arbeite noch 50% oder weniger wenn viel BR-Arbeit nötig wäre. Aber so halte ich mich Mitte in der Belegschaft (ca. 600 MA), wir sehen uns jeden Tag (Betriebsbegehungen z.B.) und das hilft den BR auch ungemein. Mitte im Geschehen, ständig präsent, einer von vielen, einer von ihnen und nicht "einer der es besser hat als wir".
Man weiss nicht wie lang eine Freistellung hält -bis zum nächten Wahlen vielleicht oder mehr- und ein zweites Standbein, ein Kontakt also zur Arbeitsstelle ist nicht verkehrt, das ist die Realität und meine Meinung.