MA möchte Prüfung seines Gehalts

Tina

Neues Mitglied
#1
Hallo zusammen,
ein Mitarbeiter ist auf uns zugekommen und möchte, dass sein Gehalt geprüft wird.
In den Arb.verträgen gibt es allerdings eine Klausel, dass über Gehalt/Lohn Stillschweigen zu wahren ist - was der Mitarbeiter auch unterschrieben hat.
Frage:
kann es für den Mitarbeiter Schwierigkeiten geben durch den AG, wenn wir als BR das Gehalt, was er uns nennen oder anhand einer Gehaltsmitteilung zeigen würde, hinterfragen (hinsichtlich z. B. vergleichbarer Tätigkeitsmerkmale oder anhand Berufsbezeichnung etc.)?
Wenn der MA begleitet wird beim Personalgespräch, darf das dann anschl. im BR besprochen werden - mit dem Einverständnis des MA?
Vielen Dank schon mal im voraus für eine Info!
Schöne Grüße
Tina
 

armesau:D

Erfahrenes Mitglied
#2
Hallo Tina, schau mal was ich für uns mal gefunden habe, das könnt ihr auch anwenden.

Urteil:
Nach einer Entscheidung des LandesArbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern ist eine Vertragsklausei, wonach ein
Arbeitnehmer verpflichtet ist, über seine vereinbarte Vergütung auch gegenüber den Arbeitskollegen Verschwiegenheit zu bewahren,
unwirksam.
Ein Arbeitnehmer werde damit gehindert, Verstöße gegen den Gleichbehandlunqsqrundsatz im Rahmen der Lohngestaltung
gegenüber dem Arbeitgeber erfolgreich geltend zu machen, was gegen das Grundgesetz verstößt.
Der Sachverhalt:
Ein Angestellter hatte sich mit seinem Arbeitskollegen über die Höhe der Bezüge in der Firma und damit von der Unternehmensführung in Aussicht gestellte Änderungen unterhalten. Daraufltin erhielt er einer Abmahnung von der Firmenieitung, weil er gegen die entsprechende
Verschwiegenheitsklausel in seinem Arbeitsvertrag verstoßen habe. Dort war als Verpflichtung formuliert, auch gegenüber anderen
Firmenangehörigen die Höhe seiner Bezüge "im interesse des Betriebsfriedens" vertraulich zu behandeln.
Die Entscheidung:
Ein Redeverbot, das nach Auffassung der Rostocker Landesarbeitsrichter mit der bundesdeutschen Verfassung kollidiert. "Jeder
Arbeitgeber ist nämlich auch bei der Lohngestaltung dem Gleichbehandlungsgrundsatz verpflichtet". Die einzige Möglichkeit für den Arbeitnehmer
jedoch, seine gesetzlichen Lohn-Ansprüche entsprechend dem Gleichbehandiungsgrundsatz festzustellen zu können, ist das
Gespräch über die konkreten Bezüge mit den Arbeitskollegen. Dürfte man ihm derartige Gespräche wirksam verbieten, hätte er kein
Erfolg versprechendes Mittel mehr, solche Ansprüche gerichtlich geltend zu machen. Deshalb ist das Verbot unwirksam und eine
Abmahnung wegen des Verstoßes dagegen unrechtmäßig.

Rechtsgrundlage:
§ 307 Abs 1 BGB
Gericht:
LAG Mecklenburg-Vorpommern, 21.10.2009 - 2 Sa 237/O9


Und der BR hat sowieso Recht auf Einsicht an Gehälter und Löhne der Beschäftigten. ;)