Nacharbeiten von Minusstunden, die angefallen sind unverschuldet durch Krankheit. Kollege hat eine SBA

Claus Anders

Neues Mitglied
#1
Hallo zusammen,
ich hoffe, ich bin hier richtig in dem Unterforum:

Folgende Fragestellung:

Ein Kollegen ( GDB 60 wegen Schlaganfall ) hat aktuell 2 Termine in der Woche zur Physiotherapie.

Er hat die Termine so legen können, dass es ihm nicht den ganzen Arbeitstag zerklöppelt wenn er früher die Arbeitstelle verlassen muss um den Termin wahr zu nehmen.
Eine Terminlegung außerhalt seiner Dienstzeiten, die öfters wechseln können ist NICHT möglich, das wurde ohne Erfolg versucht.

Nun kommt der, aus meiner Sicher, absolute Hammer.

Ein Supervisor meint nun, den MA dahingehend drängen zu müssen, seine Dienstzeiten so anpassen um die Minusstunden, die Aufgrund der Therapiebesuche angefallen sind, nachzuarbeiten. !!
Aus meiner bescheidenen Sicht gibt es hierfür doch KEINERLEI rechtliche Grundlage oder ?

Danke fürs Feedbach
Allen alles gute und bleibt Gesund

Claus Anders
 

RA_Manthey

Administrator
Mitarbeiter
#2
Hallo!

Grundsätzlich fallen solche Fälle in den Anwendungsbereich des § 616 BGB. Danach bliebe der Vergütungsanspruch für diejenigen Zeiten, in denen der Arbeitnehmer aufgrund erforderlicher Behandlung nicht arbeitet, erhalten. Die Zeiten müssten demnach auch nicht nachgearbeitet werden.

Die Regelung des § 616 BGB kann jedoch abbedungen werden. Ggf. enthält der Arbeitsvertrag des Betroffenen Regelungen dazu.