Rückkehr aus Elternzeit

Sittingbull

Erfahrenes Mitglied
#1
Hallo Schwarmintelligenz,
eine Kollegin kehrt aus Elternzeit zurück. Soweit ich das gelernt habe, hat sie ja keinen Anspruch auf die gleiche Stelle, die sie vorher inne hatte. Aber der Arbeitgeber muss ihr, wenn ich richtig liege, doch eine adäquate Stelle anbieten. Jetzt möchte Sie aber nicht Vollzeit sondern zeitlich befristet Teilzeit arbeiten. Darauf hin hat ihr der AG einen anderen Job angeboten, der nicht mehr so verantwortungsvoll und offensichtlich auch nicht so anspruchsvoll ist wie der vorherige. Kann der Betriebsrat irgend etwas zu ihrer Unterstützung tun, oder müssen wir und raushalten weil Individualrecht? Oder ist das am Ende gar eine mitbestimmungspflichtige Versetzung?
Unsere Meinungen gehen wieder mal auseinander. Kann mir wer weiterhelfen bitte.
Vielen Dank schon mal
Gruß
Sittingbull
 

RA_Kluge

Administrator
Mitarbeiter
#2
Kann der Betriebsrat irgend etwas zu ihrer Unterstützung tun, oder müssen wir und raushalten weil Individualrecht?
Der BR muss sich hier auf keinen Fall raushalten, sondern könnte versuchen, der Kollegin zu helfen. Hinter dem Teilzeitwunsch der Kollegin werden ja wahrscheinlich familiäre Gründe stecken und der BR hat nach § 80 Abs 1 Nr. 2b. BetrVG die Aufgabe, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern.

... Job angeboten, der nicht mehr so verantwortungsvoll und offensichtlich auch nicht so anspruchsvoll
Ja, das hört sich doch sehr nach der Zuweisung eines "anderen Arbeitsbereichs" und damit nach einer Versetzung an (§ 95 Abs. 3 BetrVG). Es wird der Mitarbeiterin aber ja leider nicht helfen, wenn der BR seine Zustimmung zu dieser Versetzung verweigert.
 

Sittingbull

Erfahrenes Mitglied
#3
Guten Morgen,
erst einmal vielen Dank für Ihre Einschätzung.
Natürlich würden wir der Versetzung zustimmen, wenn die Kollegin das auch möchte,. Im vorliegenden Fall möchte sie aber ihren alten Job und ihre alte Verantwortung wieder haben. In 3 Monaten hat sie offensichtlich einen KITA-Platz und dann könnte sie wieder 80% bringen, aber das will sie natürlich in ihrem alten Job mit der entspr. Verantwortung. Wir reden also über 3 Monate, hegen aber die Befürchtung, wenn sie den minderwertigeren Job jetzt annimmt, dass ihr dann die Rückkehr in ihre alte Verantwortung verwehrt wird.
 

Rm Baer

Erfahrenes Mitglied
#4
Hallo Sittingbull,
das rechtliche hat RA Kluge ja schon beantwortet.
Ich bin mir aber nicht sicher ob das neue Gesetz zur Teilzeitbefristung schon durch den Bundestag und Bundesrat gegangen ist.
Und da sollte man auch aufpassen, denn ich meine man hat dann nur einen Anspruch nach einer einer Reduzierung auf die alte Stundenzahl. Ob man das auch auf einen andere Stundenzahl hat ( bei euch auf 80%) wage ich noch zu bezweifeln.

Kann man den nicht mit dem AG reden? Oder will er sie von ihrer Stelle haben?
Gruß Rm Baer