Unbefristeter Arbeitsvertrag zu befristetem Arbeitsvertrag

AlexKK

Neues Mitglied
#1
Hallo zusammen,

Eine Mitarbeiterin bei uns im Hause, hat ein Ärtzliches Attest dem Arbeitgeber vorgelegt, betreffend dem Verbot der Schichtarbeit.

Diesbezüglich hat der Arbeitgeber reagiert und die Mitarbeiterin ab 01. Januar 2019 der Normalschicht zugewiesen.

Zudem weist der AG darauf hin, ich zitiere:

" Weiterhin weisen wir darauf hin, dass wir Ihnen eine Tätigkeit in der Normalschicht nur befristet und unter Vorbehalt bis 31.03.2019 zuweisen können, da unser Unternehmen in Ihrem Aufgabenfeld "Produktionshelfer" nur Arbeitsplätze im Schichtbetrieb darstellen kann. "

In diesem Zusammenhang hat der Arbeitgeber, gemeinsam mit der Mitarbeiterin zu einem Gespräch über Ihre berufliche Zukunft eingeladen.

Nun wäre ich gerne vorbereitet und würde wissen wollen ob dieses Vorhaben vom Arbeitgeber überhaupt rechtens wäre ?

Die Mitarbeiterin ist bereist seit 12 Jahren in unserem Betrieb und besitzt einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

besten Dank im Vorraus
 

Rm Baer

Erfahrenes Mitglied
#2
Hallo AlexKK
da kann man pauschal wenig dazu sagen. Gibt es einen BR? ( bist du als BR Mitglied zum Gespräch eingeladen)
Soll das Attest für immer gelten oder nur für einen bestimmten Zeitraum?
Gibt es wirklich nur Schichtarbeiter als Produktionshelfer oder arbeiten auch andere Einschichtig?
Gibt es evtl. andere Aufgabe die die Kollegin erledigen könnte?
Gibt es Auswahlrichtlinien bei euch?

Deinen Frage einfach beantwortet: Ja kann er. Er befristet ja nicht das Arbeitsverhältnis, was verboten wäre ,sondern nur die Dauer in der Einschichtigkeit. Anders ausgedrückt hat er auf das Attest sofort reagiert und will der Frau helfen.
Und es kann sogar dazu führen das wenn die Kollegin die Arbeit nicht mehr erledigen kann, eine krankheitsbedingte Kündigung ausgesprochen werden kann. Aber das ist schon weit hergeholt.
Der BR hat ja noch einige Möglichkeiten.
Gruß
 

AlexKK

Neues Mitglied
#3
Vielen Dank Rm Baer für deine schnelle Antwort!!

Um kurz auf deine Fragen einzugehen:
Es gibt einen BR, wir sind ein 7er Gremium und zu diesem Gespräch eingeladen.
Das Attest ist für immer.
Es gibt auch eine vielzahl von Einschichtig arbeitenden Mitarbeitern und durchaus andere Aufgaben, welche die betroffene Kollegin erledigen könnte.

Nun gilt es so denke ich zu verhandeln, wie es nach der Befristung weiter gehen soll.
 

Rm Baer

Erfahrenes Mitglied
#4
Also verhandeln finde ich immer gut. Solange man mit einander redet kann man auch eine Lösung finden(y)

Sollte die Stelle neu besetzt werden könnt ihr nach § 99 (2) 3 ablehnen. Gleichzeitig seit ihr bei der Kündigung mit im Boot.
Soweit soll es ja wohl nicht kommen.

Anhören warun die Mitarbeiterin nicht Einschichtig arbeiten kann aber andere im Unternehmen. Im Vorfeld schon mal Arbeitsplätze sondieren, an denen die Mitarbeiterin eingesetzt werden könnte.

Was ist ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) und wann ist es durchzuführen?
Wenn ein Arbeitnehmer innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig ist, muss der Arbeitgeber gemäß § 167 Abs.2 Satz 1 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) unter Beteiligung des betroffenen Arbeitnehmers und des Betriebsrats bzw. Personalrats klären, wie die Arbeitsunfähigkeit möglichst überwunden werden und mit welchen Leistungen oder Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden kann.
BEM würde ja anstehen wenn die Kollegin weiter in 2 Schichten arbeiten würde. Vorher wäre sie noch min. 6 Wochen krank. Danach soll der AG Hilfen geben um den Arbeitsplatz zu erhalten. Also nur mehr Kosten um hinterher am gleichen Punkt anzukommen.

Dann kann es sie auch gleich in die Einschichtigkeit schicken.
Und Einschichtig heißt nicht nur Frühschicht. Das kann auch nur die Spätschicht sein. Oder wenn vom AN gewollt die Nachtschicht.
So kann man einen Arbeitsplatz auch Zweischichtig besetzen. Mit 2 Personen.
Gruß