Wahl zur JAV abbrechen, bzw. zurücktreten

B.R.

Neues Mitglied
#1
Guten Tag,

wir sind aktuell dabei unsere neue JAV zu wählen. Die Wahlbeteiligung liegt nach 3 Tagen bei 3 Stimmen (3% Prozent der Wahlberechtigten).
Der heutige Tag steht nun noch aus, wir haben aber wenig Hoffnung, dass heute ein großer Ansturm kommt. Zumal einige der aufgestellten Kandidaten die letzten Tage mehrmals die Möglichkeit hatten zu wählen und diese Chance nicht wahrgenommen haben.
Die Befürchtung liegt nun nahe, dass unabhängig davon, wie die Wahl ausgeht, die Wahl nur angetreten wurde, um vom Kündigungsschutz und der unbefristeten Übernahme nach Ausbildung zu profitieren. Wir würden die Wahl gerne abbrechen, bzw. die JAV wieder abschaffen.

Wie können wir nun vorgehen?

Vielen Dank schon mal für die Hilfe

Freundliche Grüße
 

Rm Baer

Erfahrenes Mitglied
#2
Hallo B.R.
wenn ihr die Vorraussetzungen zur Wahl einer JAV habt ( das sieht ja so aus), könnt ihr die Wahl nicht abschaffen weil die JAV "wahrscheinlich" nicht ihre Aufgaben wahrnimmt. Das ist ein gesetzliches Recht der Auszubildenen.
Sonst würden viele Arbeitgeber auch die Betriebratswahlen wieder abschaffen wollen.

Falls ihr das Gefühl habt der JAV übernimmt das Amt nur um die eigenen Vorteile zu nutzen dann könntet ihr doch die Mitglieder positiv begleiten. Schlagt ihnen Themen vor die dringend angegangen werden müssen und unterstützt sie bei der Bewältigung.

Manchmal muss man ein Auto mal anschieben damit es danach auch alleine fährt.;)
Gruß
 

RA_Manthey

Administrator
Mitarbeiter
#3
Hallo,

die Wahl einfach abbrechen ist so nicht zulässig, ebenso wenig, wie die JAV wieder "abzuschaffen".

Es gehört zu den betriebsverfassungsrechtlichen Pflichten des BR, eine JAV Wahl durch Bestellung eines Wahlvorstandes zu initiieren, § 80 Abs. 1 Nr. 5 i.V.m. § 60 Abs. 1 BetrVG.

Die Befürchtung liegt nun nahe, dass unabhängig davon, wie die Wahl ausgeht, die Wahl nur angetreten wurde, um vom Kündigungsschutz und der unbefristeten Übernahme nach Ausbildung zu profitieren.
Alleine aufgrund der geringen Wahlbeteiligung dürften sich diese Schlüsse wohl kaum ziehen lassen. Zumal offensichtlich auch keine ausreichenden Kenntnisse in Hinsicht auf eine eventuell unbefristete Übernahme bestehen. Ein Anspruch auf Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis nach Abschluss der Ausbildung besteht nur, wenn der Arbeitgeber dem Auszubildenden nicht spätestens drei Monate vor Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses schriftlich mitteilt, dass er ihn nicht in ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit übernehmen werde, § 78a BetrVG.